Wissenschaftliche Untersuchung

Der große Erfolg des Golfprojektes – steigende Teilnehmerzahl und hohe subjektive Zufriedenheit aller Beteiligten – führte zu der Überlegung, die positiven Auswirkungen des Golfspiels durch eine wissenschaftliche Untersuchung objektiv zu erhärten.

Durch entsprechende Ergebnisse könnten eventuell auch weitere Sponsoren, z.B. Krankenversicherer, gewonnen werden.

So fand bereits 2004/2005 unter der Leitung von Dr. Christian Dohmen, Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, eine Studie statt. Ziel war es zu versuchen, die positiven Erfahrungen der Teilnehmer wissenschaftlich zu dokumentieren und die möglicherweise günstigen Auswirkungen des Golfspiels nach Schlaganfall auf koordinative Fähigkeiten, Lebensqualität und golfsportspezifische Verbesserungen zu untersuchen. Thema der Untersuchung: Auswirkungen eines speziellen Golftrainings auf die sportartspezifische und allgemeine klinische Symptomatik bei halbseitig gelähmten Patienten.

Alle neuen Teilnehmer wurden einmal vor Beginn des Golftrainings, dann einen Monat nach Beginn und wiederum nach einem Jahr untersucht. Um die Untersuchung möglichst wenig aufwändig zu gestalten, wurden die Teilnehmer am Golfplatz selbst (und nicht in einer Klinik) von qualifizierten Fachkräften untersucht und von einer neuropsychologischen Diplomandin befragt. Zur Untersuchung des neuropsychologischen Status einschließlich Lebensqualität konnte Herr Prof. Kessler, Leiter der Abteilung für Neuropsychologie am Max-Planck-Institut für neurologische Forschung in Köln gewonnen werden, für die Untersuchungen hinsichtlich der sportartspezifischen Kompetenz (videokontrollierte Bodenreaktionskraft- und Treffsicherheits-Messungen) Dr. Holger Herwegen vom sportmedizinischen Institut der Universität Paderborn. Die neurologischen Untersuchungen sowie Organisation und Koordination übernahm Dr. Christian Dohmen.

 

Ergebnisse / Trends

• Förderung der Muskelkraft, Herzkreislauf, Koordination, Konzentration,
 Gleichgewicht → Sturzprophylaxe
• Verbesserung allgemeiner und sportart-spezifischer koordinativer Kompetenzen
• Reduktion der Spastik
• Höhere Belastbarkeit im körperlichen und emotionalem Bereich
• Training der Stabilität, die beim Gehen und Stehen im Alltag fehlt
• Vermittlung eines neuen Lebensgefühls und Steigerung des Selbstwertgefühls
• Förderung der sozialen Integration von Behinderten bei Training und Spiel

Diese Tendenzen konnte 2007 eine zweite Untersuchung statistisch bestätigen

• Deutliche Steigerung sportlicher Aktivitäten:
 ein Jahr nach dem Schlaganfall Anstieg um mehr als das Doppelte
• Erhebliche Zunahme der Belastungstoleranz und Leistungsfähigkeit
• Signifikante Verbesserung der Putt-Kompetenz (PE) und des Gleichgewichts
• Motivation & Spaß beim Golfen mit Freunden: Wer gemeinsam mit Angehörigen
 Sport treibt und so die Behinderung relativiert, entwickelt eine Motivation,
 die mit anderen Mitteln kaum zu erreichen ist