Teilnehmerstimmen

Nach anfänglicher Skepsis stelle ich nun nach vier Monaten fest, dass die Bewegung über meine linke gefühlslose Seite weit weniger Schwierigkeiten bereitet als anfangs. Ich traue mir mehr zu, bin nicht mehr so ängstlich, hinzufallen. Im ganzen ist mein Selbstbewusstsein gefestigt. Außerdem macht dieser Sport im Zusammensein mit ähnlich Betroffenen einfach Freude. Es geht doch noch! Ich kann anderen Gemeinden nur zu solch einem Projekt raten!

Als ich von der Einladung zum Golf-Schnupperkursus in unserer Vereinszeitung „Hör Mal“ las, wollte ich voller Begeisterung teilnehmen. Leider (für mich) hatten schon viele so gedacht: der Kursus war ausgebucht. Frau Ullrich machte mir und meiner Partnerin dankenswerter Weise eine Teilnahme doch noch möglich. In der Praxis nahm meine Begeisterung für diese Sportart noch zu, so dass ich – trotz relativ großer Entfernung zum Platz – dabei bleiben möchte. Obwohl ich nicht zu der Gruppe der Hirngeschädigten Menschen gehöre, spüre ich deutlich eine positive Wirkung der Sportausübung: Als hörgeschädigter Mensch stehe ich ständig unter Anspannung und deren Folgen. Das Golfspielen hilft mir, lockerer zu werden. Aber auch die einfühlsame und engagierte Art unseres Trainers Winni Bellinghausen trägt viel zur entspannten Stimmung in unserer Gruppe und damit zum Erfolg bei. Ich möchte allen an der Durchführung des Projektes beteiligten Menschen meine Anerkennung ihres Einsatzes und meinen großen Dank aussprechen.

1. Unsere Hochachtung vor dieser Idee und deren Durchführung. 2. Eine ständige Vorfreude auf den Mittwoch, ein Lichtblick in der Woche, selbst Wind und Wetter wurden in Kauf genommen für diese Stunde. 3. Ein gelungener Kontrapunkt zur Reha-Klinik, NIPCentrum oder anderer Therapiestunden, die nur auf die Krankheit und Verbesserung fixiert sind. Hier tritt sie in den Hintergrund; es treten Spiel, Spaß und Freude draußen an der Luft hervor. Gespräche unter den Patienten verlaufen ganz anders. Dort nur die Krankheit, hier die humorigen Pointen untereinander bei Erfolg und Misserfolg, auch wenn es gegen die Etikette verstieß. 4. Der fröhliche Umgang untereinander schwappte über in den Alltag. Jeder hatte eine andere „Macke“, die zur Selbstverständlichkeit wurde. Scham und Unsicherheit gingen verloren. Selbst im engsten Freundeskreis läuft kaum ein Gespräch (Sprachbehinderung) aus zu viel Rücksicht und Scham. Auf dem Platz plauderte mein Mann voll Freude und ohne Hemmungen. 5. Einen besonderen Dank, dass die Begleitung mitmachen konnte. Auch für sie eine große Erholung. Mal ging es nicht nur um den Partner. Gespräche, Aufmunterungen und Tipps aus dem Alltag brachten Aufwind. Es waren Betroffene und nicht „dumme Redensarten“ von Außenstehenden, die man nicht mehr hören kann. Immer wieder die allgemeine Heiterkeit miteinander holte diesen und jenen schnell aus einem Tief heraus. Sehr wichtig auch für die Partner, die oft vergessen werden und doch viel zu leisten haben mit der ganzen Umstellung. Nochmals Danke für die tolle Idee und Durchführung. Wünsche viel Erfolg in anderen Städten.

Golf für Schlaganfall-Geschädigte

Jeden Mittwoch war GOLF angesagt
Nach dem Wetter wurde nicht gefragt.

Zwischen Abschlag und putten ging es hin und her
Zu Anfang war es ungewohnt und schwer.
Unser Trainer Winni zeigte uns manch guten Trick
Mit der Zeit trafen wir mit Tock und Tick.

Die Kameradschaft in unserer Truppe war famos
Jeder half dem anderen, einfach tadellos.
Die Theorie haben wir geschafft
Die Platzreife wird auch noch gerafft.

Fazit:
Uns hat es gut gefallen

Die Initiative der Schlaganfall-Hilfe, auch Behinderten das Golfspielen zu ermöglichen, ist ganz hervorragend. Die Erfahrungen, die wir gemacht haben, waren sehr positiv. Die Bewegung und der Gemeinschaftssinn werden sehr gefördert. Besonders den Betroffenen kommt dies zugute. Der erste Schritt zum Golfspielen ist gemacht und die Freude geweckt. Letztendlich ist dieser Spaß am Spielen auch dem verständnisvollen Trainer Winni zu verdanken. Wir danken allen am Projekt Beteiligten und machen in jedem Fall weiter mit dem Golfspielen.

Um es gleich von vornherein zusammenfassend auf den Punkt zu bringen: Der Golfkurs hat sehr viel Spaß gemacht! Aber noch wichtiger als der Spaßfaktor war die günstige Auswirkung auf die spastischen Erscheinungen. Insbesondere habe ich festgestellt, dass der Wechsel zwischen Gehen und Rumpfbewegung die Spastik nachhaltig gelöst hat. Immer habe ich den Platz lockerer verlassen, als ich ihn betreten habe. Aufgrund dieser positiven Erfahrungen werde ich auf jeden Fall weiter Golf spielen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich bei den Sponsoren, Organisatoren und Golflehrern herzlich bedanken.

Wegen der Behinderung sind mir leider diverse sportlichen Betätigungen nicht mehr möglich. Auf Golf wäre ich nicht gekommen, das haben wir eher unter Freizeitbeschäftigung für Wohlhabendere eingeordnet. Aber gerade Golf ist für mich prima geeignet, denn:
1. es macht mir Spaß, weckt meinen Ehrgeiz, fördert die Konzentration und
2. hier wirkt sich die Gehbehinderung weniger aus: wechselnde Bewegung an frischer Luft (die für mich sehr wichtig ist).

Jetzt muss ich noch meinen Mann davon überzeugen, dass dieser Sport für uns beide gut ist – vor allem dann, wenn er in zwei Jahren Rentner wird. Auf jeden Fall machen wir weiter. Wir danken den Initiatoren herzlich!

Sehr gelungenes Projekt, das dazu geführt hat, Schlaganfall-Patienten aus ihrer Isolation zu befreien und wieder unter Menschen zu bringen. Bedeutsam waren der Kontakt untereinander und die sportlichen Erfolge, die sich später einstellten. Wir Betroffenen sind begeistert über das Engagement der Trainer und der Organisatoren. Wir haben es immerhin soweit gebracht, dass wir die kleine Platzreife fast alle mit theoretischer und praktischer Prüfung geschafft haben.

Es ist allerdings zu bedenken, dass ein solches Projekt nur auf einer Kurzplatzanlage funktioniert, weil es ein langer Weg ist, auf einem 18-Loch-Platz zu spielen. Deshalb ist das Beachten der Etikette und der theoretischen Ausbildung von ganz großer Bedeutung. Bis zum Handicap-Golfer ist es für einen schwerbetroffenen Schlaganfall-Patienten sehr weit. Aber die ersten Schritte sind auf jeden Fall gemacht worden. Es wäre wünschenswert, in Anbetracht der großen Begeisterung von allen, dass das Projekt in irgendeiner Form weitergeführt wird. Wir danken auf jeden Fall allen – Barbara Ullrich, den Trainern, dem Platzbetreiber, den Ärzten, den Sponsoren und der Deutschen Schlaganfall-Hilfe für die geleistete beispiellose Arbeit.

„Ein Schlag gegen den Schlag oder dem Handicap durch ein vollkommen neues Handicap ein Schnippchen geschlagen“. Wenn wir auf dem Platz sind, existiert alles andere nicht. Die neuen Bewegungen sind gleichzeitig Koordinationsübungen.

Einschränkungen durch meine Krankheit habe ich ebenfalls in dieser Sportart erfahren: Wenn ich nach dem Abschlag den Ball auch nur eine Sekunde aus den Augen verliere, weiß ich nicht mehr, wohin er geflogen ist. Ebenso habe ich manche Notizen, die ich mir während der Regelabende gemacht habe, vergessen oder wusste nicht mehr, was die Notizen bedeuten. Diese Einschränkungen beziehen sich aber nicht speziell auf den Golfsport, sondern ich erfahre diese Einschränkungen in vielen Lebensbereichen.