Golftraining hilft nach Apoplex

Mit Schlägern gegen den Schlag

FRECHEN/KÖLN - Golf kann in der Rehabilitation von Schlaganfall-Opfern großen Nutzen bringen. Neben Konzentration und Koordination trainieren motivierte Patienten besonders ihren stabilen Stand.

Das bundesweit erste Golftraining für Apoplex-Betroffene und ihre Angehörigen gibt es seit drei Jahren in Köln. Auf Grund der guten Erfahrungen wurde nun eine gemeinsame Studie des Kölner Max-Planck-Institutes (MPI) für Neurologische Forschung und der Golfakademie der Universität Paderborn gestartet. Vor dem ersten Training wurden die 13 hemiparetischen Neueinsteiger eingehend neuropsychologisch untersucht. Dann probierten sie erste Abschläge von einer speziellen Bodenplatte aus, die den Verlauf der Kraftverteilung zwischen beiden Füßen genau dokumentiert.

Besserer Stand nützt auch im Alltag
Obwohl die Teilnehmer nur etwa zwei Stunden pro Woche trainierten, war bei Einzelnen bereits nach vier Wochen ein Zugewinn an Stabilität zu erkennen. Die wenigen Daten erlauben noch keine fundierten Schlüsse, erklärte Dr. HOLGER HERWEGEN vom Sportmedizinischen Institut der Universität im Gespräch mit Medical Tribune. Aber Golf bietet nach seiner Erfahrung für Apoplex-Rekonvaleszente eine Alternative zu Gymnastik oder Schwimmen: Es wird u.a. die Stabilität trainiert, die beim Gehen und Stehen im Alltag fehlt. Zudem macht das Golfen Spaß, betonte Dr. CHRISTIAN DOHMEN von der Universitätsklinik Köln: Wer gemeinsam mit Angehörigen einen Sport treibt, der die Behinderung relativiert, entwickelt eine Motivation, die mit anderen Mitteln kaum zu erreichen ist.

Medical Tribune - 3. September 2004


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