Grußwort - OB Köln Fritz Schramma

Viele Menschen werden Opfer von Hirn- und Schädelverletzungen. So erleiden allein in Deutschland jährlich etwa 200.000 Menschen einen Schlaganfall. Allein ein Drittel von ihnen muss das weitere Leben im Rollstuhl verbringen, viele müssen wieder sprechen oder laufen lernen. Für jeden, der so plötzlich aus seinem Alltagsleben gerissen wird, stellt die neue Situation eine große Herausforderung dar. Deshalb ist es sehr wichtig, den Menschen, die an den Folgen von Schlaganfällen leiden, wieder in ein selbstbestimmtes Leben zurückzuhelfen.

Eine ideale Form der Therapie ist der Sport. Er schafft mehr Abstand zu Alltagssorgen, stärkt die Kondition und gibt ein gutes Körperempfinden. Das Projekt "Ein Schlag gegen den Schlag" setzt hier an und bietet Schlaganfall-Betroffenen und Schädel-Hirnverletzten die Möglichkeit, gemeinsam mit ihren Angehörigen unter Anleitung von geschulten Trainern und mit behindertengerechten Geräten den Golfsport zu erlernen.

Fest steht: Gerade mit dieser Sportart können soziale und therapeutische Erfolge erreicht werden, die zur Stärkung von Körper, Geist und Seele führen. Die guten therapeutischen Ergebnisse werden durch Förderung der Konzentrationsfähigkeit, Aufbau des Gleichgewichtssinns und der Muskelkraft, aber auch in der Koordination der Bewegungsabläufe erzielt. Darüber hinaus fördert der Golfsport aber auch die sozialen Kontakte, und zwar nicht nur zu ebenfalls Betroffenen, sondern insbesondere zu Nichtbehinderten.

Als Oberbürgermeister der Stadt Köln freue ich mich natürlich sehr über jedes Angebot und jede Einrichtung, die zur Integration behinderter Menschen beiträgt. Schließlich werden damit Berührungsängste abgebaut und die Grundlage für ein "voneinander lernen" geschaffen. Das Projekt "Ein Schlag gegen den Schlag" hat hier hervorragende Arbeit geleistet. In der Kürze der Zeit, also von der Idee bis zur Umsetzung, haben die Initiatoren wahrhaft Großartiges geleistet. Von dem behindertengerechten Umbau der Geräte bis hin zu den individuell abgestimmten Trainingsstunden waren zahlreiche Menschen aktiv. Die dafür notwendige enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Betroffenen und den Sportlehrern hat für viele von ihnen ein neues Tor geöffnet.

Keine Frage, die Motivation, der Einsatz, der unermüdliche Wille, aber auch das Vertrauen in das Gelingen des Projektes "Ein Schlag gegen den Schlag" haben sich wirklich gelohnt. Ich danke allen Beteiligten für ihr großes Engagement und wünsche dem Projekt für die Zukunft weiterhin alles, alles Gute.

Fritz Schramma
Oberbürgermeister der Stadt Köln, Mai 2001